Wie die Gladiatoren-Funktionäre vom Kasseler AStA lügen und alle Studis “impfen” wollen

»Kassel. In Kassel haben am Mittwoch zwei Demonstrationen rund um die 3G-Regelung auf dem Campus der dortigen Universität stattgefunden. Bei einer Kundgebung, zu der die Gruppierung „Studenten stehen auf“ unter dem Motto „Raus auf die Straße – Rein in den Hörsaal“ aufgerufen hatte, demonstrierten laut Polizei 40 Personen dagegen, dass die Teilnahme an Lehrveranstaltungen in Präsenz nur Geimpften, Genesenen oder aktuell Getesteten erlaubt ist. An einem Gegenprotest, den die Studierendenvertretung Asta organisiert hatte, nahmen nach Schätzungen der Polizei 140 Personen teil. (dpa)«
faz.net

Selbst wenn die Zahlen stimmen sollten, sieht das nach einem ziemlichen Flop für den AStA aus. Zur Vorgeschichte:

Gegen Dieskriminierung

Am 20.10. veröffentlichte die Studierendenvertretung diesen Aufruf:

»Liebe Studis,
Die Gruppierung „Studenten stehen auf” hat für den 27.10. eine Kundgebung auf dem Campus angemeldet. Diese soll sich mit der angeblichen Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften im Zusammenhang mit studentischer Bildung befassen. Seit einigen Tagen werden auf dem Campus Statements verbreitet, welche die 3G-Regelung mit dem Holocaust vergleicht.
Diese Aussagen sind nicht nur geschichtsrevisionistisch, sie sind rassistisch und antisemitisch! Deswegen stellen wir uns klar gegen die von Corona-Leugner:innen organisierte Veranstaltung. Deswegen haben wir eine Gegenkundgebung am 27.10.21 ab 12:45 Uhr zwischen dem Campus Center und der Zentralmensa organisiert.
Neben unserer Haltung gegenüber jeglicher Corona-Verschwörungen und herbeigezogen, dieskriminierenden
[sic] Vergleichen wollen wir trotzdem unsere Kritik am aktuellen Verfahren äußern.
Wir fordern bei einer Öffnung der Universität:
1. Impfangebote an ALLEN Uni-Standorten
2. Kostenfreie Schnelltests für alle Studierenden entweder durch Testzentren an den Uni-Standorten oder
3. durch kostenfreie Schnelltests unter Aufsicht
4. Präsenzlehre MUSS unter sozial gerechten Aspekten geplant und durchgeführt werden
Auch Kritik an Maßnahmen muss sozial gerecht geäußert werden und eine Diskussion muss solidarisch sein.«

Wogegen sollten sich die “lieben Studis” klar stellen? Das ist der Aufruf:

demokratischer-kalender.de

Gladiatoren

Bekanntlich wurden, ursprünglich aus rituellen Erwägungen, sehr bald zur Unterhaltung der Wohlhabenden und intellektuellen Sedierung der weniger Reichen, im alten Rom Sklaven bei Kämpfen aufeinander gehetzt.

»Veranstalter dieser Gladiatorenkämpfe waren reiche Privatleute – sie waren als einzige in der Lage, sich sowohl die Kosten für die Gladiatoren als auch das anschließende aufwändige Festmahl zu leisten. Im Laufe der Zeit entdeckten vor allem römische Politiker, dass die Veranstaltung solcher munera ein geeignetes Mittel war, sich die Anerkennung der römischen Bevölkerung zu sichern. Die Zuschauer verfolgten das Geschehen dicht gedrängt am Rand stehend – Sitztribünen gab es bei den ersten Veranstaltungen nicht.

Als die Beliebtheit von Gladiatorenkämpfen beim römischen Volk stieg und als man es als Recht anerkannte, auf diese Weise unterhalten zu werden, wurden die Spiele prächtiger und größer inszeniert. Kurz darauf wurden die ersten hölzernen Sitztribünen errichtet und erste Tierhetzen (venationes) in die munera aufgenommen…«
de.wikipedia.org

Nach der Ermordung Caesars wurden die Kämpfe zunehmend zu staatlichen Veranstaltungen, sie wurden “immer mehr in den Kaiserkult integriert – das galt insbesondere in den Provinzstädten” (Hallo, Kassel).

»Soziale Herkunft der Gladiatoren
Bei den ersten Kämpfern handelte es sich um Sklaven oder  Kriegsgefangene. Auch später wurden vor allem Gefangene, verurteilte Verbrecher (damnatio ad ludum gladiatorium) und Sklaven als Gladiatoren eingesetzt. Bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. verpflichteten sich auch freie Bürger als Gladiator. Obwohl Gladiatoren gesellschaftlich noch niedriger als Sklaven standen, war das Interesse, Gladiator zu werden, zeitweilig so hoch, dass der Senat dies durch ein Gesetz einzuschränken versuchte. So sollen gegen Ende der Republik fast die Hälfte der Gladiatoren ehemals freie Bürger gewesen sein, die mit dem Eintritt in den Berufsstand der Gladiatoren ihre Freiheit aufgaben. Dieses Ziel wird vor dem Hintergrund der damaligen allgemein kurzen Lebensdauer der Menschen besser verständlich. Ein Gladiator hatte nur ein- bis dreimal pro Jahr zu kämpfen, wurde in der restlichen Zeit gut versorgt und konnte die Konditionen seines Einsatzes selbst bestimmen…

Lebenserwartung eines Gladiators
… Insgesamt gibt es aus der Zeit der Gladiatorenkämpfe wenig verlässliche Daten darüber, wie groß die Chancen eines Gladiators waren, die Arena lebend zu verlassen. Der Historiker Georges Ville wertete 100 Kämpfe aus, die im 1. Jahrhundert n. Chr. stattfanden, und stellte dabei fest, dass 19 Gladiatoren (von 200 beteiligten Kämpfern) in diesen einhundert Kämpfen ihr Leben verloren. Nach Auswertungen von Grabsteinen lag das Alter, in dem sie durchschnittlich starben, bei 27 Jahren. Gladiatoren hätten damit eine Lebenserwartung gehabt, die deutlich unter dem Durchschnitt der gewöhnlichen römischen Bürger lag, wenn diese die krankheitsanfällige Zeit der Kindheit überlebt hatten…

Da Gladiatoren ein Teil der Einnahmen aus ihren Kämpfen zustand, hatten sie bei einer längeren Überlebensdauer eine gewisse Chance, sich freizukaufen.«

Was der AStA vergißt

»Spartacus oder die Gefahr in der eigenen Stadt
Gladiatoren waren hervorragend ausgebildete, kampferprobte Männer, die wenig zu verlieren hatten. Die Römer waren lange davon ausgegangen, dass ihnen von Seiten der Gladiatoren wenig Gefahr drohe. Die Männer stammten aus verschiedenen Volksgruppen, und solange die Waffen in der Waffenkammer unter strenger Bewachung standen und den Gladiatoren außerhalb ihrer Übungszeit nicht zugänglich waren, hielt man die Gefährdung für gering. Dies änderte sich mit dem Sklavenaufstand, an dessen Entstehen Gladiatoren wesentlich beteiligt waren. Im Jahre 73 v. Chr. entwichen aus einer Gladiatorenschule in Capua achtzig Gladiatoren, denen sich rasch weitere Sklaven anschlossen. Anfangs nur mit Küchenmessern bewaffnet (die Waffen in der streng bewachten Waffenkammer waren während des Ausbruchs nicht zugänglich), gelangten die Entflohenen rasch in den Besitz professioneller Ausrüstung, nachdem sie sich zweimal erfolgreich der Waffen der auf sie angesetzten Truppenteile bemächtigt hatten. Die anfänglichen militärischen Erfolge des Sklavenheeres, das im Wesentlichen unter Leitung von Spartacus stand, waren nicht von Dauer. 71 v. Chr. wurde die Sklavenarmee im äußersten Süden Italiens mit drei römischen Armeen unter Crassus, Pompeius und Lucullus konfrontiert. Spartacus stellte sich Crassus und unterlag ihm in offener Schlacht, das Sklavenheer wurde weitgehend aufgerieben und Spartacus getötet. Versprengte Reste des Sklavenheers wurden von der nahenden Armee des Pompeius vernichtet; weitere 6000 Sklaven, die in Gefangenschaft gerieten, wurden später entlang der Via Appia gekreuzigt.«

Auch wenn dieser erste Aufstand einer unterdrückten Klasse nach fast zwei Jahren blutig niedergeschlagen werden konnte und sich die Mächtigen brutal rächten, blieb er doch über Jahrtausende hinweg ein Bezugspunkt für Rebellion. Die deutsche Novemberrevolution von 1918 stand unter dem Einfluß des Spartakusbundes, in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es einen relativ starken “Marxistischen Studentenbund Spartakus.”

Davon wissen die AStA-Funktionäre nichts oder wollen nichts davon wissen. Sie setzen auf die “Impfung” der modernen Sklaven “an ALLEN Uni-Standorten“.  Sie ähneln den sozialdemokratischen Funktionären, die 1914 die Arbeiter in den Krieg schickten – auch im Namen eines Volksganzen gegen einen gemeinsamen Feind -, bis sie 1918 nichts mehr ausrichten konnten gegen die Wut der Arbeiter und Soldaten. Geschichte wiederholt sich nicht. Aber daß Unterdrückung nicht ewig Bestand hat, ist gewiß.

– Stichworte: Allgemein, Impfung

Dieser Beitrag erschien zu erst auf: Corona Doks

Den ganzen Text können Sie auf der Autorenseite weiterlesen:

Share on telegram
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on facebook
Share on xing
Share on linkedin
Share on email

Beträge von “Fremden Federn” sind Beiträge von anderen Autoren und Journalisten. Sie werden auf der Cottbuser Freiheit abgebildet, damit Sie ein möglichst breites mediales Feld einsehen können. Viele der Journalisten verdienen ihren Lebensunterhalt durch Spenden oder den Verkauf ihrer Publikationen. Wenn Sie die Autoren unterstützen wollen, so besuchen Sie bitte deren Seiten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Weitere Nachrichten

Kapitulation im Klassenkampf

Die Internationale vergeigt das Menschenrecht. So könnte man es in Anlehnung an eine traditionelle sozialistische Hymne ausdrücken. Nicht nur ist

Missbrauchter Idealismus

Sie arbeiten zu viel, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch an Feiertagen. Planungssicherheit kennen sie kaum, denn wenn Kollegen ausfallen

Ein letztes Aufzucken

Kapitalismus braucht unbegrenztes Wachstum in einer Welt begrenzter Ressourcen und begrenzter Möglichkeiten. Bodenschätze, Pflanzen und Tiere, Kultur und menschliche Arbeitskraft

Das Stromnetz vor dem Absturz bewahren

Paul Homewood Kosten für den Netzausgleich steigen überproportional Der Electricity System Operator (ESO) spielt eine wesentliche Rolle beim Ausgleich von

Melde dich mit deinem Account an.

Feedback & Fehler

Hier können Sie uns Fehler melden oder Feedback geben.