Verdummung mit Vermummung

Ich verzichte auf eine Bildbetrachtung.

faz.net (24.10.)

»Lungenarzt Cihan Çelik behandelt mittlerweile auch Covid-Patienten mit symptomatischen Impfdurchbrüchen. Im Interview spricht er über diesen erwartbaren Effekt, gefälschte PCR-Tests und seine Befürchtungen für den Winter.«

Celik wird in den Medien seit Monaten herumgereicht als großer Mahner, ganz unabhängig davon, ob auch nur ein einziger “Corona-Kranker” auf seiner Station liegt. Ähnlich wie Karl Lauterbach hat er immer ein Land zur Hand, in dem es ganz schlimm zuzugehen scheint. Auch diesmal:

»In Großbritannien steigen die Infektionszahlen aktuell rasant an – trotz einer hohen Impfquote.

Dort wurde das Experiment gestartet, fast alle Maßnahmen recht früh fallen zu lassen. Die Neuinfektionszahlen sind im europäischen Vergleich stark anstiegen. Die Zahlen der Krankenhausaufnahmen und Todesfälle sind aber sehr viel niedriger als im vergangenen Winter. Der Unterschied ist natürlich die Impfquote und die Zahl der Genesenen. Es bleibt eine gesellschaftliche Diskussion, wie viel Krankheitslast man in Kauf nehmen will, bis man wieder Maßnahmen ergreift. Auch in Großbritannien wird das derzeit wieder angesichts von fast 50.000 Fällen am Tag diskutiert.«

Man könnte dazu einige Fragen stellen, was Celik allerdings nicht tut. Etwa, ob die Briten nicht klug handeln, wenn sie sich von “Fällen” nicht verrückt machen lassen, sondern auf die niedrige Zahl von PatientInnen verweisen. Oder ob womöglich doch auch dort ein Zusammenhang zwischen hoher Inzidenz und hoher “Impfquote” besteht. Oder worin der Unterschied zwischen GB und D liegt, wenn diese Quote annähernd gleich ist.

Er könnte auch das im Artikel gezeigte Diagramm danach befragen, wohin denn bei mäßig steigender Zahl von “Covid-19-PatientInnen” die ganzen Beatmungskapazitäten verschwunden zu sein scheinen:

All das interessiert den Mediziner nicht. Stattdessen, und ohne konkrete Zahlen zu nennen, singt er das Hohelied der “Impfung”:

»Wie hat sich das Verhältnis von geimpften und ungeimpften Patienten bei Ihnen entwickelt?

Da gibt es neue Entwicklungen. 80 Prozent unserer Patienten in der vierten Welle waren nicht vollständig geimpft – aber gerade in den vergangenen Wochen haben wir auch mehr symptomatische Impfdurchbrüche gesehen. Das spricht aber nicht gegen die Wirksamkeit der Impfungen, sondern ist ein statistisch erwartbarer Effekt. Bei einer Impfquote von mehr als 86 Prozent bei den über Sechzigjährigen ist die Gruppe der Geimpften da sehr groß. Und bei 90 Prozent Impfschutz gegen eine Hospitalisierung wird es aus dieser sehr großen Risikogruppe entsprechend auch symptomatische Krankheitsverläufe und Hospitalisierungen trotz einer Impfung geben. Dennoch sind bei uns die Ungeimpften, die ja nur 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ausmachen, in der Mehrzahl. Das sollte jeder verstehen und sich nicht durch Meldungen von Geimpften im Krankenhaus verunsichern lassen. Dazu kommt, dass wir auch Covid-positive, geimpfte Patienten ohne Symptome auf unserer Station isolieren müssen, wenn sie aus anderen Gründen im Krankenhaus liegen.«

Dieses Argumentationsmuster ist so perfide wie langweilig in seiner ständigen Wiederholung. Offenbar nur für “Geimpfte” trifft zu, daß sie “mit Corona” auf der Intensivstation liegen. Ebenso haben nur sie Vorerkrankungen:

»Bei den Impfdurchbrüchen mit symptomatischem Verlauf liegen oft kritische Grunderkrankungen vor, gehäuft leider auch Krebserkrankungen. Wir prüfen immer, ob es Erklärungen dafür gibt, dass es trotz einer Impfung zu einem schweren Verlauf kommt. Da wurden wir bisher fast jedes Mal fündig…«

Sieh an, bei “Impfdurchbrüchen” geht das.

Ehrliche Familien und Leugnerkinder, die ihre Eltern opfern

»Gibt es Fälle, in denen Patienten angeben, geimpft zu sein, es aber eigentlich gar nicht sind?

Einen gab es, die Familie war dann ehrlicher. Es war ein Fall, bei dem wir uns über einen schweren Verlauf trotz angeblicher Impfung gewundert haben. Es gab auch Patienten, die zugegeben haben, dass sie am Anfang ihrer Erkrankung einen gefälschten negativen PCR-Test vorgelegt hatten, um nicht in Isolation zu müssen. Als der Verlauf schwerer wurde, sind sie doch ins Krankenhaus gekommen. Es gab auch ganz traurige Geschichten: Eine ältere Risikopatientin wollte sich gerne impfen lassen und hatte dafür schon mehrfach Termine ausgemacht. Aber ihre erwachsenen Kinder waren dagegen und haben diese Termine wiederholt abgesagt. Schließlich musste die Patientin mit einem schweren Verlauf bei uns über Wochen behandelt werden…«

Motivation mit dem Schwert

»Ist in diesen Fällen der Druck über 2‑G-Regelungen vielversprechender?

Ja, genau diese Gruppe kann man damit wahrscheinlich noch motivieren. Als ich mir kürzlich meine Booster-Impfung abgeholt habe, die für medizinisches Personal seit Anfang des Monats empfohlen wird, standen tatsächlich einige Menschen für ihre Erstimpfung in der Schlange. Das hat mich gefreut. Aber Druck bleibt ein zweischneidiges Schwert.…«

(Hervorhebungen nicht im Original.)

– Stichworte: Allgemein, Impfung

Dieser Beitrag erschien zu erst auf: Corona Doks

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