Marktplatz Altmarkt Cottbus Menschenmenge Demo Nacht

Protest in Cottbus – es regt sich vieles in der Stadt

Cottbus. Auch am letzten Montag des Jahres sind viele hunderte – Schätzungen der Polizei zufolge circa 3000 Menschen zu einem mittlerweile tradierten Spaziergang aufgebrochen. Ruhig, friedlich, in guter Stimmung versammelten sich um 19 Uhr die Menschen an der Oberkirche. Viele Mannschaftswagen der Polizei sind anwesend, überall in der Altstadt verteilt. Die Menschen stören sich nicht an ihnen. Es gibt eine sich wiederholende Durchsage, dass hier keine Versammlung angemeldet sei, sich ein Versammlungsleiter doch bei dem Polizeiwagen melden solle. Keiner rührt sich, der allgemeine Plausch unter den Menschen geht weiter. Die Themen sind alltäglich, mal kritisch.

Die Polizei fordert auf, dass die Menschen den Platz Richtung Stadthalle verlassen sollen. Tatsächlich kommt die große Masse in Bewegung. Sie folgt aber von ihren eigenen Gefühlen geleitet, einer unsichtbaren und unbekannten Route. Sie führt erst durch die Sprem, über den Heronplatz, am Theater vorbei Richtung Bahnhof abbiegend zurück über den alten Busbahnhof am Roten Turm vorbei und zurück zum Altmarkt. Da ging am Ende ein Applaus durch die Menge und ein kurzes skandieren von “Wir sind Cottbus!”. Die Polizeiwagen positionierten sich immer wieder an Kreuzungen, sperrten den Verkehr, der ohnehin zum erliegen kam und versuchte die Spaziergänger so ein wenig zu lenken. Vielleicht wird sogar der Tross an der Spitze von Beamten in Zivil gelenkt. Aber selbst das würde nichts bedeuten, denn die Leute sind friedlich, viele und schweigsam. Sie wollen zeigen, dass sie da sind. Das es ihnen reicht mit dieser Politik der Unterdrückung.

Die Menschen kommen aus Cottbus, im Gespräch mit ihnen erfährt man, dass sie verständliche Sorgen haben. Da ist es einerseits die Sorge um das eigene Geschäft, der Unmut, gegen seinen Willen die s.g. Impfung zu erhalten, von der Gesellschaft seit Monaten ausgeschlossen zu sein, Freunde, teils sogar Familie durch die sehr reale Spaltung verloren zu haben. Zu sehen, dass da so viele Menschen sind, die ähnliche Sorgen, Ängste und Nöte haben, gibt vielen wieder Mut und Hoffnung, dass es besser wird, dass man gemeinsam ein starkes Zeichen setzen, die Politik zur Ordnung rufen kann. Andernfalls scheint klar: erstarken bald, wie am Ende der DDR, Gespräche über eine Neuordnung.

Letzte Demonstration für 2021

Auch diesen Mittwoch ruft Physiotherapeutin Katja wieder zur Demonstration auf. Sie organisierte bereits am 1. Dezember eine Demonstration über die ich bereits zuvor berichtet habe. Sie beginnt um 10 Uhr am Schillerplatz, auch an der Oberkirche wird es eine Bühne geben. Diese Alternative wurde wegen der 1000 Personengrenze so von der Polizei gefordert. Es wird kurze Redebeiträge gefolgt von einem Umzug geben.

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