„Nun sollen auch noch die Kinder ran!“ – Lehrkräfte müssen sich jetzt wehren. Offener Brief eines Lehrers

Mit diesem Brief an Schulleitungen und Lehrkräfte rief das Kultusministeriums des Landes Niedersachsen heute dazu auf, dass sich Schulen an den Impfkampagnen beteiligen mögen, um auch die Schülerschaft zu impfen. Der Gymnasiallehrer H. (Name ist der Redaktion bekannt) sah sich daraufhin gezwungen, eine Email an seinen Schulleiter sowie das gesamte Kollegium (etwas über 100 Personen) in CC zu senden. Er ist sich, wie er mir schreibt, der Konsequenzen bewusst, die das für seine Person und Karriere haben kann; er bezeichnet sich selber als „vogelfrei“. Er ist der Überzeugung, dass die Lehrkräfte in dieser Angelegenheit nicht mitmachen dürfen.

Sehr geehrter Herr Dr. XXX,

die Impfdebatte hat in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl an Facetten offenbart. Wie man diese wahrnimmt, ist jedem Einzelnen selbst überlassen. 

Fest steht, dass in der Bundesrepublik seit einigen Monaten forciert wird, Minderjährige zu impfen, nachdem auch die STIKO eingeknickt ist und Ihre berechtigten Zweifel nicht aufrecht erhielt. Eine mögliche Impfentscheidung wird nun seitens des MK mit schönen Worten als freie Entscheidung tituliert; Schulen sollen als Multiplikatoren genutzt werden, medizinische Eingriffe vorzunehmen. Das ist nicht nur fragwürdig, sondern erfordert entschiedenes Gegensteuern. 

Wir sind als Lehrer mit dem Wohl von unserer Schülerschaft betraut. Dieses darf nicht missbraucht werden. Die Argumentation in den Briefen des MK, die sich an alle an Schule Beteiligten richten, sind einseitig. Eine aufgeklärte Berichterstattung, die notwendig ist, wenn es um Minderjährige geht, fehlt. Dieser Zustand scheint heutzutage weder die Bundesregierung noch die Landesregierung(en) zu kümmern. Ein Credo des „dieser Impfstoff  ist unbedenklich“ gibt es nicht; gerade wurde publik, dass der Minister Spahn die Zahlen der Impfdurchbrüche auf der BPK nicht korrekt wiedergegeben hat. Die parlamentarische Kontrolle fehlt. Europäische Länder schränken die Nutzung mancher Imfpstoffe ein, jüngst Island (Impfstoff Moderna). Durch Schulen als Multiplikatoren wird Druck aufgebaut, sich impfen zu lassen.

Auf die Frage, warum sich junge Menschen haben impfen lassen, erwidern viele, sie wollen ihre Freiheit zurück. Das darf kein Argument sein, sich einen experimentellen und notzugelassenen (!) Impfstoff injizieren zu lassen. Die Korrektur der Zahlen der zweimal Geimpften – auch hier wurden lange Zeit falsche Zahlen publiziert – beträgt hierzulande nun etwa 80%. Dänemark ließ bei geringerer Quote alle Einschränklungen fallen, ohne negative Folgen.

Der deutschen Bevölkerung wurde versprochen, dass im Falle einer Herdenimmunität alle Regeln fallen werden – nicht erfolgt; das Versprechen, alle Regeln fallen zu lassen, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben, wurde nicht eingelöst.

Nun sollen auch noch die Kinder ran, obwohl sogar der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung wiederholt fordert, die Maßnahmen zu beenden. Erstaunlich auch die wenig beachtete Veränderung der Aussage zu den Impfstoffen auf den Seiten des PEI: 

Bis Mitte August (15.08.) hieß es dort: „COVID-19-Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus.“

Anfang September (07.09.) lautete die Einschätzung: „COVID-19-Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus“. 

Ende September (23.09.) schließlich: „COVID-19-Impfstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SARS-CoV-2 Virus verursachten COVID-19-Erkrankung.“ 

Quelle: https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/covid-19/covid-19-node.html

Wenn sich junge Menschen impfen lassen, muss dies eine Entscheidung der Eltern sein. Lehrer und die Schule dürfen hierauf keinerlei Einfluss nehmen und die Organisation mit Ziel einer Durchimpfung unterstützen. 

Ich fordere Sie und die gesamte Schulleitung dazu auf, in dieser Sache klar Stellung zu beziehen, indem wir uns als Lehrerschaft dagegen wehren, die Impfkampagne proaktiv zu unterstützen oder Angebote auf dem Schulgelände oder vermittelt durch die Schule zu befördern oder zuzulassen. 

Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, unsere Neutralität in diesen medizinischen, privaten Fragen zu wahren und mich nicht dafür missbrauchen lassen, Kinder zum Impfen „zu begleiten“. Die Verantwortung für unabsehbare Folgen für junge Menschen kann keiner von uns guten Gewissens tragen.

Es ist mir persönlich ein Anliegen, dass die gesamte Schulgemeinschaft diese Argumentation eines Lehrers zur Kenntnis nimmt. Denn die gegenteilige Meinung aus dem MK erhalten nun auch alle Schulen in Niedersachsen zur Kenntnis, Eltern wie Schüler, einseitig und im guten Glauben, die Schulen springen auf den Zug auf und machen das Richtige. Um eine sachliche Debatte zu ermöglichen, erhält dennoch nur das Kollegium meine Stellungnahme.

Mit besten Grüßen

H.

(Name des Verfassers ist der Redaktion bekannt)

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