Trees Leaves Foliage Pine Forest  - aqimuddin3118047 / Pixabay

Kiefern-Wälder in schlechtem Zustand

Es steht nicht gut um unsere Monokulturen. Über zwei Drittel unserer Brandenburger Wälder bestehen hauptsächlich aus Kiefern, der Anteil der Kiefern-Monokulturen ist beachtlich. Ein großer Teil von ihnen hat durch die Dürren der letzten Jahre gelitten: 80% aller Bäume weisen laut Waldzustandbericht 2020 eine Verlichtung der Kronen auf. Das heißt, dass die Bäume mehr Nadeln abwerfen als nachwachsen. Zum vergleich lag dieser Wert 2017 bei nur rund 60%.

Auch das Umweltministerium reagiert hierauf und hat die Pflanzung von Millionen neuer Laubbäume (Eichen, Buchen, Ahorn) zur Durchmischung der Wälder in Auftrag gegeben. Bis wir jedoch bei gesunden Mischwäldern ankommen, werden noch 20-30 Jahre vergehen.

Wie kam es überhaupt zu den Monokulturen in Brandenburg? Viele kennen sie von Ausflügen in die Natur: in Reih und Glied stehen die Bäume wie an endlosen Ketten aufgereiht. Forstwirtschaftswege für Erntemaschinen durchziehen die Wälder. Alte und dicke Bäume sucht man vergebens, genauso wie eine Kraut- und Strauchzone, die für einen intakten Wald unabdingbar sind. Der Boden der meisten Monokulturen ist von Moos, Gräsern oder Heidelbeeren bedeckt.

Etwa zwei Drittel der Brandenburger Wälder sind in Privatbesitz. Die Forstwirtschaft beschäftigt hierzulande 15.000 Menschen. Ein florierendes Geschäft, wie auch die oberste Forstbehörde wissen lässt: “Holz aus Brandenburgs Wäldern ist ein gefragter Rohstoff”. Damit das Geschäft den bestmöglichen Ertrag bringt, müssen Anbau- und Ernteprozesse möglichst effizient sein. Unterschiedliche Holzarten, von Wind oder Lichtsuche gewundene Bäume oder die erwähnte Strauchzone sind daher Wirtschaftshemmnisse und werden so gut wie möglich vermieden. Das Ergebnis ist ein industrialisierter Wald, der sich den Veränderungen von Niederschlag und Temperatur, Bedrohungen wie durch Schädlinge oder Waldbrände nicht so gut widersetzen kann, wie es Mischwälder können.

Hauptbild:aqimuddin3118047 / Pixabay
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