Energie weg? Netzbetreiber erwarten weitere Stromausfälle

H. Sterling Burnett

Das Heartland Institute hat wiederholt dargelegt, warum die vorzeitige Stilllegung wirtschaftlich rentabler Kraftwerke und deren Ersetzung durch Wind- und Solarkraftwerke unweigerlich zu höheren Gewinnen für die Versorgungsunternehmen und zu höheren Preisen für die Strom- und Steuerzahler führt. Heartland hat auch wiederholt auf die Umweltschäden hingewiesen, die durch die Umstellung von Kohle und anderen zuverlässigen Energiequellen auf industrielle erneuerbare Energien verursacht werden.

Die dritte katastrophale Folge der politisch erzwungenen und fiskalisch geförderten Umstellung von Kohle (und Kernkraft und Gas) auf industrielle Windkraft, Solarenergie und Batterien ist der Schaden, den sie den Stromnetzen der Nation und verschiedener Bundesstaaten zufügt.

Wie ich in Climate Change Weekly 389 dargelegt habe, zeigen die Erfahrungen aus Europa, Kalifornien und, was mich am meisten erstaunt, aus meinem Heimatstaat Texas, dass die zunehmende Ersetzung von zuverlässiger Kohle- und Atomkraft durch industrielle erneuerbare Energien das Stromnetz unzuverlässiger macht. Diese Politik wird von tugendhaften Gesetzgebern und gewinnsüchtigen Versorgungsunternehmen vorangetrieben.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Ein großes Stromnetz besteht aus zwei Segmenten: Grundlaststrom und Spitzenstrom. Grundlaststrom ist die Mindestmenge an Energie, die das Netz benötigt, um ordnungsgemäß zu funktionieren und gleichzeitig alle Verbraucher, die an einem normalen Tag Strom benötigen, auf Abruf zu versorgen. Damit das Netz funktioniert, muss es einen relativ konstanten Stromfluss aufweisen. Kohle, Kernkraft und zunehmend auch Erdgas haben im letzten Jahrhundert den Grundlastbedarf der Nation gedeckt. Sie arbeiten im Dauerbetrieb und werden vor Ort durch Dieselkessel unterstützt, die bei routinemäßigen Wartungsarbeiten oder Ausfällen Strom liefern.

Spitzenstrom ist der zusätzliche Strom, der benötigt wird, wenn das System mit einer ungewöhnlich hohen Nachfrage konfrontiert ist, in der Regel im Juli und August im Süden und Westen, wenn der Verbrauch von Klimaanlagen zusammen mit den Sommertemperaturen in die Höhe schießt, und von Dezember bis Februar während der kalten Winter in den nördlichen Staaten. Erdgas wird in der Regel als Spitzenstromquelle genutzt, da Erdgasanlagen in großem Maßstab gebaut werden können, der Brennstoff in der Regel nach Bedarf geliefert werden kann und die Anlagen schnell ein- und ausgeschaltet werden können.

Weder Wind- noch Solarkraftwerke können als Grund- oder Spitzenlastkraftwerke eingesetzt werden. Windturbinen erzeugen nur dann Strom, wenn der Wind mit einer bestimmten Geschwindigkeit weht, und die von ihnen erzeugte Leistung schwankt ständig mit den Windböen. Solarenergie liefert nachts oder wenn die Zellen von Schnee, Eis oder Ruß bedeckt sind keinen Strom und an bewölkten Tagen und bei Gewitter weniger Strom. Außer an völlig wolkenlosen Tagen mit klarem Himmel schwankt die von den Solarzellen erzeugte Energie im Sekundentakt mit dem Durchzug der Wolken.

Ein vom Wetter abhängiges Stromversorgungssystem ist eine schlechte Wahl, aber es ist das, was einfältige Politiker in mehreren Staaten vorgeschrieben haben. Die Energieversorgungs-Unternehmen halten sich gerne daran, wenn sie die Umstellung nicht offen fördern, weil sie damit Geld verdienen: Die staatlichen Energieversorgungs-Kommissionen gewähren routinemäßig 10 Prozent oder mehr Rendite auf die Kapitalkosten für Neubauten.

Es scheint, dass auch andere endlich zur Kenntnis nehmen, welchen Schaden die vorzeitige Stilllegung von Kohlekraftwerken in den regionalen Stromnetzen anrichtet. Da in den nächsten sechs Jahren in 14 Bundesstaaten 80 Kohlekraftwerke geschlossen werden sollen, haben mehrere Medien in den letzten Wochen berichtet, dass die Netzbetreiber in diesen und anderen Bundesstaaten davor warnen, dass der Ersatz von Strom aus zuverlässiger Kohle- und Kernkraft durch Strom aus Wind- und Solaranlagen die Zuverlässigkeit der Netze gefährdet und immer häufiger zu gesteuerten und unkontrollierten längeren Stromausfällen führt.

In einem Beitrag auf Fox News sagte John Bear, CEO von MISO, dem Midcontinent Independent System Operator, zuständig für die Verwaltung des Stromnetzes in 15 US-Bundesstaaten und der kanadischen Provinz Manitoba, dass die Umstellung des Stromnetzes zu schnell vorangetrieben wird.

„Ich bin darüber besorgt“, sagte Bear dem Wall Street Journal. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Aufstellen von Solarmodulen oder Windturbinen nicht dasselbe ist wie eine Wärmequelle“.

Die Chefs des Electric Reliability Council of Texas und des California Independent System Operator (CISO) teilten Bears Bedenken.

„Wir müssen sicherstellen, dass wir über genügend neue Ressourcen verfügen und diese auch in Betrieb nehmen können, bevor wir einige dieser Anlagen stilllegen“, sagte Mark Rothleder, CEO von CISO. „Andernfalls setzen wir uns dem Risiko aus, dass wir nicht genügend Kapazitäten haben“.

Das ist bereits der Fall. Anfang Mai warnten die California Energy Commission, die Public Utilities Commission und der California Independent System Operator, dass sich die Öffentlichkeit auf Stromausfälle in diesem Sommer einstellen müsse. Wenn sich das Ungleichgewicht zwischen Energieangebot und -nachfrage in Kalifornien nicht wesentlich verbessert, wird der Staat bis 2025 „ein Kapazitätsdefizit von etwa 1.800 MW haben“, so die Behörden.

Daniel Turner, geschäftsführender Direktor von Power the Future, erklärte gegenüber Fox Business, dass die staatlichen Regulierungsbehörden alle Pläne zur vorzeitigen Schließung von Kohle- und Kernkraftwerken stoppen und die Wiederinbetriebnahme einiger bereits stillgelegter Kraftwerke in Erwägung ziehen sollten, um die prekäre Lage des amerikanischen Stromnetzes zu verbessern.

„Alle Pläne zur Stilllegung von Kernkraftwerken, Kohlekraftwerken oder Gaskraftwerken müssen vollständig ausgesetzt werden“, sagte Turner. „Viele Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke können wieder ans Netz gehen. Sie wurden vielleicht abgeschaltet und stillgelegt, aber sie wurden nicht abgerissen.“

Sie predigen zum Chor, Herr Turner, Sie predigen zum Chor. Hoffen wir, dass die Gemeinde eine Ahnung davon bekommt.

SOURCES: Fox BusinessThe Pipeline; Climate Change Weekly

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/05/climate-change-weekly-435-power-off-grid-operators-expect-more-outages/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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Energie, Energieversorgung, Stromausfälle

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