Bringen Ungeimpfte die Krankenhäuser an die Belastungsgrenze?

Gar zu oft muß man sich fragen, ob JournalistInnen lesen, was sie schreiben, bevor sie einen Text freigeben. Oder warum niemand vor der Veröffentlichung noch einmal darüber schaut. Oder ob ein System dahinter steckt, uns mit widersprüchlichsten Informationen zu versorgen. Aktueller Anlaß für solche Fragen ist ein Text vom 25.10. unter obigem Titel auf faz.net (Bezahlschranke). “Wie schlimm wird die Pandemie der Ungeimpften?“, fragt man sich da und findet – Überraschung – die Antwort beim Leiter des DIVI-Intensivregisters. Als seien die LeserInnen noch so naiv wie vor einem Jahr kommt er ihnen mit Inzidenzen:

»Die Inzidenz spiele nach wie vor die entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Pandemie, ist Karagiannidis überzeugt…

Ihn erinnert die aktuelle Entwicklung stark an den Oktober vor einem Jahr. Wenn man die Inzidenzen von heute und damals nebeneinander legt, dann sei das „unglaublich“, sagt Karagiannidis. Bis auf die Ebene der einzelnen Kreise hinunter gebe es sichtbare Übereinstimmungen. „Wir machen eins zu eins dieselben Fehler, die wir vor einem Jahr gemacht haben.“…

Die geringen Impfquoten dürften der Hauptgrund dafür sein, dass die Lage längst nicht so gut ist, wie sie sein könnte. Als vollständig geimpft galten zuletzt mindestens 66 Prozent der Bürger, wobei die tatsächliche Impfquote wegen fehlender Meldungen bis zu 71 Prozent betragen könnte.«

Wer weiß das schon… Niemand fragt nach, wieso die Kurven so ähnlich aussehen, obwohl zwei Drittel der Menschen vorgeblich geschützt sind. Sicher ist aber dies:

»„Schutz der Ungeimpften vor sich selbst“

Demnach bleiben schätzungsweise etwa 20 Millionen Menschen bundesweit übrig, die dem Erreger unzureichend oder gar ganz ungeschützt gegenüberstehen dürften – wobei sich etwa die Hälfte von ihnen aufgrund des Alters nicht impfen lassen kann, da für Kinder unter zwölf Jahren noch kein Impfstoff zugelassen ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte Anfang September vor einer „Pandemie der Ungeimpften“…

„Anders als in der zweiten Welle im vergangenen Herbst geht es jetzt vor allem um den Schutz der Ungeimpften vor sich selbst“, sagt der Amtschef des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl. „Wenn wir unter den Ungeimpften eine Inzidenz von 200 haben, schafft unser Gesundheitssystem es nicht mehr, alle Corona-Patienten gut zu versorgen. Wenn wir in dieser Gruppe eine Inzidenz von 100 haben, dann könnte sich die Pandemie bis in den Sommer 2022 hineinziehen“, mahnt Lahl.«

Auch dieser Amtschef hat nicht gemerkt, daß kaum noch jemand derlei Modellierungen Glauben schenken mag. Die “FAZ” hat die “Impfverweigerer” ausfindig gemacht. Verblüffenderweise sind diese Querdenker evangelikal geprägte russische oder balkanesische anthroposophische Einwanderer – oder so:

»Impfverweigerer in Einwanderergruppen

Die Zahl der Impfverweigerer ist unter Einwanderern aus den Balkanstaaten sowie der Türkei besonders hoch, weil sie zu staatlichen Institutionen und in die Zuverlässigkeit der Impfstoffe weiterhin ein geringes Vertrauen haben. Eine besondere Problemgruppe sind im Südwesten auch russlanddeutsche Einwanderer, die aufgrund der Propaganda von russischen Medien nur dem Sputnik-Impfstoff vertrauen, der in Europa nicht zugelassen ist. Gering ist die Impfbereitschaft auch bei Menschen, die evangelikal geprägt sind oder anthroposophisch denken.«

Aber reichen die aus für Panikmache?

»Ist die Gruppe der Ungeimpften in Deutschland groß genug, um das Gesundheitssystem in diesem Winter an seine Grenzen zu bringen? Der Intensivmediziner Karagiannidis sieht die Lage jedenfalls kritisch. Gerade erst hat eine Umfrage der DIVI und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin ergeben, dass jedes fünfte Bett auf den Intensivstationen der deutschen Krankenhäuser gesperrt ist, weil das nötige Personal in der Pflege fehlt.

Im Vergleich zu der Zeit vor Corona habe sich die Lage verschlechtert, berichteten die befragten Ärzte. Stammpersonal sei weg, die Stimmung habe gelitten. „In der Pandemie ist viel Arbeitskraft verloren gegangen, da viele Pfleger nicht mehr Vollzeit arbeiten können und wollen“, sagt Karagiannidis.«

Ein Viertel weniger Intensivbetten

Wir erfahren also, daß 20 Prozent des Intensivpflegepersonals in den Sack gehauen haben, ob wegen der miesen Arbeitsbedingungen, der Bezahlung oder des “Impf”-Zwangs, wissen wir nicht. Gleichzeitig und im Zusammenhang damit wurde innerhalb eines “Pandemiejahres” die Zahl der Intensivbetten um mehr als ein Viertel heruntergefahren:

»Das Intensivregister gab die Zahl der von den Kliniken gemeldeten Intensivbetten zuletzt mit knapp 22.000 an – deutlich weniger als im Sommer des vergangenen Jahres, da waren es mehr als 30.000, die Notfallreserve jeweils ausgenommen.«

Doch selbst für die reduzierte Zahl der Betten ist die Zahl der “an und mit Corona” Erkrankten läppisch: “Im Intensivregister waren Stand Sonntag 1622 Patienten angegeben, sie belegten etwa sieben Prozent der Betten.” Da kann man fast die Frage vernachlässigen, wieviele davon “geimpft” sind.

Bleibt es in diesem Winter überhaupt bei einer Pandemie der Ungeimpften?

So lautet dennoch und nicht zu Unrecht die Frage der “FAZ”. Man ahnt die Antwort, aber wagt sie nicht auszusprechen:

»Da die Wirkung selbst einer vollständigen Impfung, die aus zwei Spritzen besteht, gerade bei den früh geimpften Älteren mit der Zeit nachlässt und inzwischen bei vielen bereits verblasst sein dürfte, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Auffrischungen für Personen, die 70 Jahre oder älter sind, sowie für medizinisches und pflegerisches Personal…

Insgesamt wurden bislang jedoch nur 1,5 Millionen sogenannte Booster gespritzt, wie das RKI mitteilt. Bei mehr als 13 Millionen Menschen, die 70 Jahre oder älter sind und von denen mehr als 80 Prozent doppelt geimpft sind, dürften viele derzeit nicht mehr ausreichend geschützt sein.«

Wer sich auf diese Logik einläßt, wird sich eine blutige Nase holen. Mit der Booster-Drohung dürften noch mehr Pflegekräfte abwandern, und offensichtlich sehen noch nicht einmal die ganz Alten ein, warum sie diesmal den Verheißungen Glauben schenken sollten. Es bleibt ein Dilemma, wenn man am Glauben der segensreichen “Impfung” festhält:

»Schon jetzt registrieren die Behörden vermehrt sogenannte Impfdurchbrüche – also symptomatische Ansteckungen, zu denen es erst nach der Zweitimpfung gekommen ist. In der Zeit zwischen Ende September und Mitte Oktober hing der Anteil der Durchbrüche unter allen Erkrankten, bei denen der Impfstatus bekannt war, laut RKI klar mit dem Alter der Betroffenen zusammen. Unter Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren wurden drei Prozent der Fälle als Impfdurchbrüche identifiziert, bei den Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren waren es bereits knapp 35 Prozent. Und in der Gruppe der über Sechzigjährigen waren 57 Prozent der Erkrankten geimpft.«

Ob nun die “Impfungen” einen kleineren oder größeren Teil der Schuld an der steigenden Zahl der Erkrankten haben, sei an dieser Stelle dahingestellt. Offensichtlich ist, daß sie nur äußerst unzureichend wirken. Sie sind zudem nicht nötig, wie diese Grafik aus der “FAZ” zeigt:

– Stichworte: Todesfälle/Ausbrüche/Nebenwirkungen nach Impfung, Impfung

Dieser Beitrag erschien zu erst auf: Corona Doks

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