Berufsurkunden und das vage Demokratieverständnis der Lokalpolitik

Für eine freie Impfentscheidung

So der Name der Cottbuser Initiative, bestehend aus Mitarbeitern aller Pflegeberufe und vielen weiteren Unterstützern, die sich regional gegen eine Impfpflicht und für eine freie Entscheidung über die Verwendung einer Gentherapie (vgl. Zitat Stefan Oelrich, Vorstandsmitglied Bayer) einsetzen.

Bei einer Kundgebung am 23.02.2022 übergab Katrin Jaschan, Initiatoren der Cottbuser Bewegung, in einer sonnenbeschienenen Zeremonie dem scheidenden OB Holger Kelch und Herrn Drogla vor der Stadthalle 238 Berufsurkunden jener Pflegenden und Heilenden aus Cottbus, die sich nicht impfen lassen. In ihrem Appell an die Stadtspitze, der auch das Carl Thieme Klinikum untersteht, fordert sie, die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht durchzusetzen, da es andernfalls zu einer politisch verschuldeten Verknappung beim Gesundheitspersonal kommt. Die Übergabe der Urkunden mit Redezeit in der Stadtverordnetenversammlung wurde wenige Tage zuvor von Herrn Drogla schriftlich abgelehnt. Er berief sich hierbei auf die Grundsätze der repräsentativen Demokratie. Seinen Fehler, die Dringlichkeit der Situation zu verkennen, schien er mit seiner Anwesenheit bei der Übergabe wieder gut machen zu wollen.

Auf der Kundgebung, die vor der Stadthalle mit einem kleinen Umzug, gefolgt von der Übergabe der Berufsurkunden begann, endete auf dem Altmarkt, auf dem Lysann Kobbe (DieBasis), Katja Arnold und ein Chirurg des CTK a.D. sprach.

Frau Kobbe verlas den mahnenden, offenen Brief an die Stadtverordneten und endete mit den elementaren Fragen: “Wie soll es weiter gehen? Wie wollen wir in 5, in 10 oder 20 Jahren miteinander leben?” (Quelle, ab Minute 24)

Die selbst geschaffene Krise

Frau Jaschan trifft damit des Pudels Kern: erwägen bereits heute 40% der Pflegekräfte einen Berufswechsel, schlicht weil für viel Leistung nur moderat wenig Geld fließt, dürfte dieser Wunsch mit dem Ausscheiden von 5-20% der Pfleger auf Grund der Impfpflicht, gefolgt von der körperlichen Überlastung des übrigen Personals, zu einer Krise, wenn nicht sogar zu einem Kollaps im Gesundheitsbereich führen. Das gilt für Deutschland, aber besonders auch für unser Cottbus, buhlt doch das CTK schon seit Jahren um mehr Personal.

Hinzu kommt noch, dass unser Gesundheitsystem bereits jetzt durch die Impfnebenwirkungen zusätzlich belastet wird. So fand die BKK ProVita heraus, das etwa 5% ihrer geimpften Versicherten sich wegen Nebenwirkungen so krank fühlten, dass sie einen Arzt aufsuchten. Und dies sind noch Daten von vor dem Winter 21/22 und vor der ‘Buuuhster’-Kampagne.

Menschen die für ihren Dienst zu beginn der s.g. Pandemie beklatscht wurden, werden nun verächtlich gemacht und diffamiert, sollten sie von ihrem Recht auf ihre körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung gebrauch machen, indem sie die Gentherapie ablehnen.

Der ehemalige CTK Chirurg auf der Altmarktbühne traf beim Punkt Diffamierung ins Schwarze: während er bereits ’89 die faschistoiden Tendenzen der DDR mit seinem damaligen Schritt auf die Straße zu bekämpfen versuchte, werden heute Leute wie er, Leute wie wir, als das Extreme betitelt, das wir zu bekämpfen versuchen. Aber gut, von den Dümmsten der Dummen beurteilt zu werden, die selbst nicht wissen, was sie reden, war schon immer das Zeichen einer niedergehenden Kultur.

Die lokalen Politiker

Tatsächlich haben sich die Politiker Kelch, Drogla und Groß aus dem Elfenbeinturm heraus zu uns auf den Boden der Tatsachen bequemt und den Worten von Frau Jaschan – den Gesichtsausdrücken zu Folge eher missmutig – gelauscht. Schön, dass man sich die Zeit genommen hat. Ein Video des Tages finden Sie hier.

Da die zu dieser Zeit stattfindende Stadtverordnetenversammlung pausiert wurde, bequemten sich nach und nach auch die anderen Stadtverordneten aus der Halle auf den menschengefüllten Berliner Platz. Einiges Grünen-Personal konnte nicht umhin einige Aussagen zu belachen. Ein meiner Meinung nach schwaches Zeichen, wenn man die Bürger der Stadt vertreten will. AfD und freie Stadtverordnete applaudierten hingegen der Aktion.

Eine Frage bleibt: Was ist das für ein vages Demokratieverständnis in der Cottbuser Politik, wenn Anwohner nicht einmal in der Lokalpolitik vortreten und ihre Fragen offen stellen dürfen? Aktuell werden Bürgeranfragen mit einer Nummer und kurzem Titel versehen, nicht verlesen und auf eine digitale Beantwortung hingewiesen. In unseren Nachbarstädten ist das anders.

Hauptbild:Bildquelle: Stefan Böhme
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Eine Antwort

  1. Leider hat dieses Video einen bitteren Beigeschmack bekommen, durch den Kameramann, welcher einen vorbei laufenden Passanten verurteilt, weil er eine Maske trägt. Er stiftet beistehende Teilnehmer an, sich darüber lustig zu machen.
    Solange wir gegeneinander und nicht miteinander sind, wird es kein GEMEINSAM geben und wir werden immer in der Spaltung bleiben.

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